Zahnärztlicher Notdienst Celle
Zahnärztlicher Notdienst Celle

Verhalten nach Zahnunfall

  • Jährlich erleiden 1,6-6 % aller Kinder einen Zahnunfall. Eine Häufung findet sich zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr. Bis zum 9. Lebensjahr haben 27 % aller Kinder eine unfallbedingte Zahnverletzung erlebt. 75 % aller betroffenen Zähne sind mittlere Oberkiefer-Schneidezähne.
  • Mehr als die Hälfte dieser Unfälle ereignen sich beim Sporttraining oder –wettkampf. Am meisten betroffen sind Ballsportarten. Generell ist daher das Tragen eines Zahnschutzes sinnvoll.
  • Wenn Zahnbruchstücke nach dem Unfall vorhanden sind, diese in einer Zahnrettungsbox (z. B. Dentosafe, erhältlich in der Apotheke) lagern. Meist können die Zahnstücke wieder angeklebt werden. Wenn keine Zahnrettungsbox vorhanden ist, dann Lagerung des Bruchstückes zur Not in physiologischer Kochsalzlösung (eventuell im 1.-Hilfekoffer vorhanden) oder in H-Milch. Lagerung Zahnrettungsbox: bis 24 h. Lagerung H-Milch: bis 3 h.
  • Für komplette Zähne gilt dasselbe. Hierbei ist zusätzlich wichtig, den Zahn so wenig wie möglich zu berühren. Auf keinen Fall darf der Zahn mechanisch gereinigt werden. Die Wurzelhaut würde sonst beschädigt. Wenn der Zahn nicht länger als 30 Minuten trocken außerhalb des Mundes war, kann der Zahnnerv bei fachgerechtem Zurücksetzen im jugendlichen Zahnsystem eventuell am Leben erhalten werden. Bei mehr als 5 Minuten außerhalb des Mundes sollte der Zahn für 30 Minuten in der Zahnrettungsbox regeneriert werden.
  • Der verunfallte Patient soll den Mund geschlossen halten und von außen mit in kaltem Wasser getauchtem Tuch kühlen.
  • Möglichst rasch einen Zahnarzt, der mit dem Zurücksetzen von Zahnstücken und Zähnen vertraut ist, aufsuchen! Das Ankleben der Bruchstücke ist diffizil und erfolgt mit Lupenbrille.